Was lehrt die Bibel über Liebe? Bedeutet Liebe immer nett zu sein?

Um die Bedeutung von Liebe tummeln sich schon seit jeher viele Irrtümer. Der größte Irrtum besteht wohl darin, dass viele Menschen glauben, dass Liebe bedeuten würde immer zu jedem nett und freundlich zu sein. Den Menschen wird heutzutage eingetrichtert, dass Liebe bedeutet einfach alles zu tolerieren und durchgehen zu lassen. Wer sich aber einmal gründlich mit der Bibel auseinandergesetzt hat, sollte schnell gemerkt haben, dass Liebe keineswegs einfach nur mit Nettigkeit und übermäßiger Toleranz gleichzusetzen ist. Liebe kann zwar nett sein, aber oft ist sie es auch nicht. Warum das so ist, wird in diesem Text ausfürlich dargelegt.

Da Jesus uns gelehrt hat, dass wir sowohl Gott als auch unseren Nächsten lieben sollen, dürfte es für jeden Gläubigen von höchster Bedeutung sein, ein richtiges Verständnis von Liebe zu bekommen und zu wissen wie diese umzusetzen ist.

Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Jesus sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.“ Das ist das erste und größte Gebot. Ein anderes aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22:35-40)

Liebe bedeutet Aufopferung

Liebe ist die Bereitschaft alles daran zu setzen, dass es jemand anderem wohl ergeht. Das bedeutet selbstlos zu handeln und das Wohl anderer über das eigene zu Stellen, was oft die Aufopferung des eigenen Willens bzw. des eigenen Wohls beinhaltet.

Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. (Johannes 6:38)

Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst! (Matthäus 26:39)

Wenn ein Milliardär 1.000.000 € spendet, mag das zwar eine große Summe sein, aber letztendlich hat es ihn keine große Aufopferung gekostet, da er ohne hin im völligen Überfluss lebt. Wenn aber jemand gerade einmal 10 € besitzt und diese spendet, dann hat er mehr getan als der Milliardär. 10 € sind zwar weitaus weniger als 1.000.000€, dennoch wird eine gute Tat nicht anhand von augenscheinlichen Dingen gemessen, sondern an der Einstellung des Herzens. Die Person, die 10 € gespendet hat, war nämlich dazu bereit alles aufzuopfern, was sie hatte ohne dabei an sich selbst zu denken. In der Bibel finden wir dazu das Beispiel von der armen Witwe:

Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt eingelegt. (Markus 12:41-44)

Liebe ist bedingungslos und unabhängig von Gefühlen

Ein weitere wichtige Eigenschaft von Liebe ist absolute Bedingungslosigkeit ist. Wenn jemand etwas für jemanden anderen tut, sollte er es tun ohne sich davon etwas zu erhoffen. Falls jemand nur gutes tut, wenn seine Bedingungen dabei erfüllt werden oder er auf irgendeine andere Weise davon profitiert, handelt diese Person nicht aus Liebe, sondern aus Eigenzweck. Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, ist keine Liebe. Solch eine Tat ist vor Gottes Augen ohne jeden Wert (vgl. Lukas 6:27-35 weiter unten).

Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, zur rechten Zeit für Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten; für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben. Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Römer 5:6-8)

Was viele Menschen außerdem nicht bewusst zu sein scheint ist, dass wahrhaftige Liebe rein gar nichts mit Emotionen oder Empfindungen zu tun. Die meisten Menschen scheinen jedoch nicht dazu in der Lage zu sein Liebe von positiven Gefühlen zu unterscheiden.

Bei Liebe geht es nicht um einen selbst

Eine detaillierte Beschreibung der Liebe finden wir in 1. Korinther 13. Hier wird ausfürlich beschrieben, dass Liebe selbstlos handelt und nicht auf das eigene Wohl bedacht ist. Liebe hat im Endeffekt überhaupt rein gar nichts mit einem selbst zu tun, sondern lediglich mit dem Wunsch jemand anderem Gutes zu tun. Denn Liebe ist kein geben und nehmen, wie es viele Menschen heutzutage fälschlicherweise annehmen. Liebe ist NUR das Geben. Bei Liebe dreht es sich niemals um einen selbst.

Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. (1. Korinther 13:4-7)

Wenn du jemanden wahrlich liebst, ist es dir völlig egal, ob du etwas zurück bekommst. Wenn jemand etwas zurück verlangt, hat er nichts getan. Wir sollen selbst die lieben, die uns hassen oder schlecht behandeln. Jemand, der sich von seinem Ehepartner scheiden lässt, nur weil er von ihm schlecht behandelt wurde, hat seinen Partner niemals wirklich geliebt. Jesus hat sich für die Liebe zu Gott sogar kreuzigen lassen.

Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen, und bittet für die, welche euch beleidigen! Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch den Rock nicht. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, tut auch ihr ihnen gleicherweise.

Und wenn ihr die liebet, die euch lieben, was für eine Gnade habt ihr? Denn auch die Sünder lieben ihre Liebhaber. Und wenn ihr euren Wohltätern Gutes tut, was für eine Gnade habt ihr? Denn auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leihet, von welchen ihr wieder zu empfangen hoffet, was für eine Gnade habt ihr? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen. Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. (Lukas 6:27-35)

Das Alte Testament zeigt uns, dass Liebe auch hart sein kann

Den größten Beweis dafür, dass Liebe durchaus hart sein kann, finden wir wohl im Alten Testament. Vielen Menschen erscheint der dort beschriebene Gott schon regelrecht grausam zu sein. Die meisten werden bestimmt schon einmal von der Sintflut, Sodom und Gomorra oder vom Exodus gehört haben. Auch wenn diese Geschichten hart klingen mögen, so darf man trotzdem nicht vergessen, dass Gott dennoch stets aus Liebe gehandelt hat.

Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. (1. Johannes 1:5)

Gott schickte die Sintflut über die Welt, um die schlechten und sündigen Menschen von der Erde auszumerzen. Er ließ nur Noah und seine Nachfahren überleben, da Noah Gottes Willen ergeben war. Jeder kann sich vermutlich selber denken, was passiert wäre, wenn Gott das nicht getan hätte. Die sündigen Menschen hätten immer mehr sündige Kinder in die Welt gesetzt, die ein erbärmliches Leben als Sklaven des Bösen geführt hätten. Am Ende ihres befristeten, leidvollen Lebens wären sie alle gestorben und nicht ins ewige Leben eingegangen. Im schlimmsten Fall hätten sie vielleicht sogar auch noch andere Menschen davon abgehalten, das ewige Leben zu erhalten.

Lasset euch nicht irreführen: Schlechte Gesellschaften verderben gute Sitten. (1. Korinther 15:33)

Schlechte Menschen aber und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, da sie verführen und sich verführen lassen. (2. Timotheus 3:13)

Gott hatte auch bei den Israeliten in der Wüste streng durchgegriffen. Er gab ihnen Regeln und Gesetze an die sie sich halten sollten. Und bei einigen Gesetzen, die besonders wichtig waren, kündigte Gott an, dass diejenigen, die sich nicht daran halten, ausgemerzt werden sollten. Auch das tat Gott aus Liebe. Diese Vorgehensweise hatte gleich mehrere Zwecke. Dadurch, dass jeder wusste, dass er sterben müsste, wenn er jenes Gesetz übertreten würde, traute sich kaum noch jemand es zu übertreten. Und zweitens, bewahrte Gott sein Volk durch diese Vorgehensweise davor, von innen heraus verdorben zu werden. Denn Menschen, die schlechtes tun, neigen meist dazu auch andere Menschen zum schlechten zu verführen. Durch Gottes strenges Durchgreifen wurde diese Gefahr erheblich gemindert. Letztendlich wollte Er den Menschen einfach nur ein schönes und erfülltes Leben in engster Gemeinschaft mit Ihm bereiten. Dies war aber nur möglich, wenn sie sich auch an seine Satzungen hielten.

Wenn aber eine Seele aus Frevel etwas tut – es sei ein Einheimischer oder ein Fremdling – so lästert sie den Herrn; solche Seele soll ausgerottet werden mitten aus ihrem Volk; denn sie hat des Herrn Wort verachtet und sein Gebot gebrochen; eine solche Seele soll unbedingt ausgerottet werden; ihre Schuld bleibe auf ihr! (4. Mose 15:30-31)

Liebe bedeutet auch Zurechtweisung

Wenn jemand ein Kind hat, welches liebend gerne Süßigkeiten isst, handelt die Person dann aus Liebe, wenn sie das einfach so zulässt? Natürlich nicht. Eltern, die ihr Kind nicht davon abhalten würden, ungesunde Dinge, wie Süßigkeiten im Übermaß zu verzehren, würden ihrem Kind damit keinen Gefallen tun. Auch wenn das Kind es in diesem Moment nicht verstehen mag und es wohl möglich als fies oder schlecht empfindet, ist es dennoch richtig, es davon abzuhalten. Die Liebe würde sich in diesem Fall durch Zurechtweisung zeigen, auch wenn das Kind es völlig anders sieht. Und so ist es mit vielen Dingen, die Gott uns lehrt. Ein ungehorsames Kind, dass sich selbst schadet, muss auf jeden Fall dabei gestoppt und zum Unterlass bewegt werden.

Mein Sohn, verwünsche nicht die Züchtigung des Herrn und lass dich seine Strafe nicht verdrießen; denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, dem er wohlwill. Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, dem Menschen, der Verstand bekommt! (Sprüche 3:11-13)

Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, auf dass du nicht seineshalben Schuld tragen müssest. (3. Mose 19:17)

Wenn ich zu dem Gottlosen sage: „ Du, Gottloser, sollst des Todes sterben!“ und du sagst es ihm nicht, um ihn vor seinem gottlosen Wege zu warnen, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Wenn du aber den Gottlosen vor seinem Wandel warnst, dass er sich davon abwende, er sich aber von seinem Wandel nicht abwenden will, so wird er um seiner Sünde willen sterben, du aber hast deine Seele errettet. (Hesekiel 33:8-9)

So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! (2. Korinther 5:20)

Darum ermahnet einander und erbauet einer den andern, wie ihr auch tut. (1. Thessalonicher 5:11)

Den verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um einen jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen, wofür auch ich arbeite und ringe nach der Wirksamkeit dessen, der in mir wirkt in Kraft. (Kolosser 1:28-29)

Liebe bedeutet nun mal nicht einfach immer alles durchgehen zu lassen. Sie äußert sich auch oft in Zurechtweisung. Jesus hat gewiss nicht einfach immer alles toleriert. Auch wenn das viele heute gerne glauben wollen. Als die Händler den heiligen Tempel Gottes durch ihre Gier verunreinigten, jagte er sie mit Gewalt und Peitschen aus dem Tempel (vgl. Matthäus 21:12-13, Johannes 2:13-16). Dies ist gewiss keine Geste, die man heute als liebevoll bezeichnen würde. Und dennoch war es eine Tat aus Liebe gegenüber seinem Gott und Vater.

Jesus hat uns auch gelehrt, dass wir bereit sein müssen unsere Familie und Freunde für ihn zurück zu lassen. Nun würden aber viele behaupten, dass es der Liebe widersprechen würde, wenn man seiner Familie oder seinen Freunden einfach so den Rücken kehrt und den Kontakt zu ihnen abbricht. Dabei hat Jesus seinen Nachfolgern nicht einmal erlaubt Abschied von ihren Familien zu nehmen oder verstorbene Verwandte zu beerdigen. Dies sind alles Dinge, die die Menschen heutzutage als fies und kaltherzig empfinden würden, eben weil sie kein richtiges Verständnis von Liebe haben.

Es sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen, zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Hause sind, Abschied zu nehmen. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist nicht geschickt zum Reiche Gottes! (Lukas 9:61-62)

Ein anderer unter seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben! Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben! (Matthäus 8:21-22)

Die Liebe zu Gott äußert sich in Gehorsam

Die Liebe zu Gott offenbart sich nicht darin, dass man jeden Sonntag in den Gottesdienst geht und dort fromme Lieder singt oder immer wieder beteuert, wie sehr man Gott oder Jesus liebt, sondern durch den Gehorsam gegenüber seinem Wort und Geboten. Jesus selbst sagte, dass es nicht reicht ihn “Herr” zu nennen, sondern dass er sich nur zu denen bekennt, die seine Worte befolgen.

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Johannes 14:21)

Nicht jeder, der zu mir sagt: „Herr, Herr“, wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! (Matthäus 7:21-29)

Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. (1. Johannes 5:2-3)

Ein Beispiel hierzu findet sich auch im Alten Testament. Dort forderte Gott von Abraham, dass er seinen Sohn für Ihn als Opfergabe darbringen sollte. Letztendlich hielt Gott Abraham aber davon ab, seinen Sohn tatsächlich zu töten. Denn Er wollte lediglich sehen, ob Abraham bereit gewesen wäre, alles für Gott zu tun und ob er Ihm wahrlich vertraute. Dadurch, dass Abraham bereit war, sein eigenes Kind für Gott zu opfern, bewies er seine unendliche Liebe zu Gott. An diesen Dingen kann man leicht erkennen, dass Liebe nicht immer mit netten Dingen zu tun hat und man durchaus bereit sein muss Opfer zu bringen und sein Selbst hinter sich zu lassen. Denn letzten Endes steht die Liebe oft im Gegensatz zu den Dingen, die die Leute heutzutage als “lieb” erachten.

Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht geworden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, dass der Glaube mitgewirkt hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden; und ist die Schrift erfüllt, die da spricht: “Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet,” und er ward ein Freund Gottes geheißen. So sehet ihr nun, dass der Mensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. (Jakobus 2:21-24)

Jesus ist sogar so weit gegangen, seinen eigenen Willen zu verwerfen und sich für die Liebe zu Gott kreuzigen zu lassen. Und dass obwohl er wusste, welche Schmerzen und welches Leid ihm bevorstehen würden. Letzten Endes ist der größte Beweis der Liebe gegenüber Gott, sein eigenes Leben aufzugeben und Ihm nachzufolgen.

Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst! (Matthäus 26:39)

Damit aber die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und also tue, wie mir der Vater befohlen hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen! (Johannes 14:31)

Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. (Matthäus 16:25)

Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. (Johannes 15:13)

Liebe handelt nicht aus eigenem Ermessen

Das Problem bei der Umsetzung der Liebe liegt oft darin, dass die Menschen einfach nicht wissen, was das beste für jemand anderen ist. Deshalb handeln sie meist nach ihrem eigenen Ermessen. Nach dem eigenen Ermessen aber zu handeln steht wiederum im Gegensatz zur Liebe. Denn wenn man eine Tat aus Nächstenliebe vollbringt, tut man das nicht für sich selbst, sondern für den Gegenüber.

Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen kann und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis habe, und wenn ich allen Glauben besitze, so dass ich Berge versetze, habe aber keine Liebe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeile und meinen Leib hergebe, damit ich verbrannt werde, habe aber keine Liebe, so nützt es mir nichts! (1. Kotinther 13:1-3)

So wäre es zum Beispiel auch kein Akt der Liebe einem Bettler Geld zu geben und ihm zu sagen, dass er davon nur etwas bestimmtes kaufen darf. Denn wie bereits vorher erwähnt, wäre diese Tat keine selbstlose, sondern ziemlich eigensinnig, da man bestimmen will, was der Bettler mit dem Geld macht.

Nur wer Gottes Willen befolgt, handelt stets aus Liebe

Ein weiteres Problem besteht darin, dass man einfach nicht weiß, wem man zum Beispiel Geld geben sollte. Und genau deshalb sollte man stets den Willen Gottes befolgen. Denn oft folgen auf gut gemeinte Hilfestellungen schlechte Dinge, die man vielleicht so gar nicht im Sinn hatte. Selbst Jesus sagte, dass er selbst nicht gut sei und nur nach dem Willen des Vaters, der ihn gesandt hat, handelt.

Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben? Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein! (Markus 10:17-18)

Ich kann nichts von mir selbst tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. (Johannes 5:30)

Hier ein Beispiel: Wenn jemand gerne eine bestimmte Sorte Pralinen mag, denkt er sich vielleicht, dass sein Freund diese Pralinen auch mögen würde. Dann geht er hin und gibt diesem Freund diese Pralinen. Doch vielleicht schmecken seinem Freund diese Pralinen überhaupt nicht. Schlimmer noch: Vielleicht könnte der Freund auch eine Erdnuss-Allergie haben und deshalb wegen den in der Praline enthaltenen Erdnüssen im Krankenhaus landen. Dies ist nur ein kleines Beispiel und die Folgen von gut gemeinten Dingen könnten viel gravierender sein, als eine Ernuss-Allergie. Das Urteilsvermögen eines Menschen reicht nicht aus, um wirklich Gutes zu bewirken. Wer lediglich nach eigenem Ermessen handelt, wird kaum jemandem etwas Gutes tun oder gar jemandem tatsächlich helfen können. Nur wer stets Gottes Willen befolgt, handelt auch stets aus Liebe.

Eben deshalb wurde uns der Geist Gottes als Helfer gesandt, der uns führen soll. Denn nicht wir Menschen bestimmen was gut ist und das können wir auch gar nicht wissen, sondern Gott allein ist gut und kann auch wirklich wahres Gutes bewirken. So wie Eltern oft wissen, was gut für ihre Kinder ist, genauso weiß auch Gott am besten, was gut für jeden einzelnen Menschen ist. Deshalb kann ein Mensch auch nur stets aus Liebe handeln, wenn er sich immer an Gottes Willen hält.

Denn also spricht der Herr: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (Jesaja 55:8-9)

Schlusswort

Gott schickt seine Kinder auch manchmal absichtlich in schwierige Situationen, die ihnen vielleicht lieber erspart geblieben wären. Aber auch das tut Gott, wie die meisten wohl wissen, doch nur aus Liebe. Er möchte uns lediglich helfen immer besser und stärker zu werden und näher an Ihn heran zu wachsen. Liebe ist also nicht zwangsläufig immer die Erfüllung von dem, was wir uns zu wünschen glauben. Nur weil wir etwas nicht verstehen oder nachvollziehen können, heißt das noch lange nicht, dass es nicht aus Liebe geschieht. Wenn wir die Liebe wirklich verstehen und ausleben wollen, müssen wir uns ein Beispiel an unserem Schöpfer nehmen und Nachahmer im Geiste werden.

Geliebte, lasset uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. (1. Johannes 4:7)

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat; Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Johannes 4:16)

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1 Kommentar

  1. Liebe ist selbstlos, aber nicht bedingungslos.
    Natürlich hat Gott uns erst geliebt, und sein Sohn geschickt, obwohl wir noch Sünder wahren.
    Aber eine Bedingung um von Tot, Sünde und Krankheit befreit zu werden ist das wir Gottes Sohn, Jahuscha, anerkennen, und seine Nachfolger werden.

    Aber gut, es Artikel hat viele schöne Gedanken von liebe welche nicht immer als liebe erkannt werden…, es sei denn wenn man darüber nachsinnt warum so manches doch liebe ist. Auch wenn das nicht gleich verstanden wird.

    Das momentane oder kurzfristige wohl ist nicht immer verträglich mit unser ewigen wohl.

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