Was ist der neue Bund? Worin besteht die Gnade Gottes?

Die meisten Christen glauben, dass der neue Bund sich grundlegend vom alten Bund unterscheiden würde und sie deshalb Gottes Gebote nicht mehr einhalten müssen. Tatsächlich haben sich Gottes Anforderungen an die Menschen aber nicht geändert. Die Sünde ist Gott nach wie vor ein Greuel, dessen Folge der Tod ist. Das einzige, was sich durch den neuen Bund geändert hat, ist die Art und Weise, indem wir seine Gebote empfangen. Während bei Moses noch die Rede von Zucht und Strafe ist, handelt das Neue Testament vom Heiligen Geist und Vergebung. Mit dem neuen Bund kommt Gott den Menschen entgegen, indem Er ihnen ihre vergangenen Sünden verzeiht und ihnen einen Geist verleiht, der ihnen hilft seine Gebote zu halten.

Somit ist die viel verbreitete Annahme, dass durch den neuen Bund die Gebote Gottes außer Kraft gesetzt wurden und nicht länger verbindlich seien, hinfällig. In der Bibel finden sich gleich mehrere Aussagen zum neuen Bund, die diese Theorien eindeutig widerlegen. Eine von ihnen lautet:

Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun. (Hesekiel 36:26-27)

Was es nun genau mit dem neuen Bund auf sich hat, werde ich im folgenden Text anhand der Bibel ausführlich erklären.

Im alten Bund mussten die Menschen durch Zucht und Strafe dazu gebracht werden Gottes Gebote einzuhalten

Das Alte Testament berichtet davon, dass zu Zeiten Mose (also im Alten Bund), Menschen gesteinigt werden sollten, wenn sie Gottes Gebote übertreten hatten. Das Steinigen diente in erster Linie zur Abschreckung damit niemand überhaupt auf die Idee kommen würde, Gottes Gebote zu brechen. Desweiteren sollte es dafür sorgen, dass das auserwählte Volk Gottes rein von Sünde bleibt. Der Satz „So sollst du das Böse aus deiner Mitte ausrotten“ lässt sich gleich mehrere Male im Alten Testament der Bibel finden (vgl. 5. Mose 13:6, 17:7, 19:19, 21:21, 22:21, 22:24).

Dann sollen ihn alle Leute jener Stadt steinigen, dass er sterbe. Also sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen, dass ganz Israel es höre und sich fürchte. (5. Mose 21:21)

Denn ich bin bei dir, spricht der Herr, dich zu erretten; denn ich will allen Nationen, dahin ich dich zerstreut habe, den Garaus machen; nur dir will ich nicht den Garaus machen; aber züchtigen werde ich dich nach dem Recht und kann dich nicht ungestraft lassen. (Jeremia 10:11)

Gott hat die Israeliten also zum Halten der Gebote zwingen müssen, weil viele von ihnen sie nicht von sich aus befolgen wollten. Doch trotz aller Härte, haben sich die meisten Hebräer wieder und wieder so schwer gegen Gott versündigt, so dass Gott letztendlich so gut wie niemanden von ihnen in das verheißene Land lassen wollte. Lediglich ihre Kinder und diejenigen die ANDEREN GEISTES waren durften das Land betreten.

Da sprach der Herr: […] keiner der Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich in Ägypten und in der Wüste getan, und die mich nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, soll das Land sehen, das ich ihren Vätern geschworen habe; ja, keiner soll es sehen, der mich gelästert hat! Aber meinen Knecht Kaleb, in dem ein anderer Geist ist, und der mir völligen Gehorsam geleistet hat, den will ich in das Land bringen, in das er gegangen ist, und sein Same soll es erblich besitzen. (4. Mose 14:20-24)

Im neuen Bund halten die Menschen die Gebote Gottes freiwillig

Mit dem Kommen von Jesus sollen wir nun nicht mehr durch Zucht, sondern durch den Geist Gottes die Gebote Gottes halten und aufhören zu sündigen. Wer sich wahrlich zu Gott bekennt, Jesus annimmt und ihm nachfolgt, erhält den Geist Gottes und wird dadurch eine neue Kreatur. Solch einem Menschen werden die Gebote Gottes ins Herz geschrieben und er befolgt sie aus freiem Willen.

Jesus hat also genau das erfüllt, was in der Bibel über den neuen Bund geschrieben steht.

Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so würde nicht Raum für einen zweiten gesucht. Denn er tadelt sie doch, indem er spricht:

„Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen werde;
nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr -,
sondern das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen will nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
Und es wird keiner mehr seinen Mitbürger und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen;
denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.“ –
Indem er sagt: „Einen neuen“, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.

(Hebräer 8:7-13, (Wiederholung von Jeremia 31:31-34))

Menschen, die im neuen Bund leben, erkennt man daran, dass sie Gottes Gebote befolgen

Der neue Bund besteht also darin, dass Gott uns die Gnade erweist, seine Kinder werden zu können. Wenn Gott uns durch den neuen Bund seine Gebote ins Herz schreibt, ist es auch völlig selbstverständlich, dass wir sie befolgen. Für solche Menschen ist es absolut unvorstellbar, sich nicht an Gottes Gebote zu halten.

Es ist offenbar, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst geworden, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. (2. Korinter 3:3)

Einen Menschen, der wahrlich von Gott neu geboren ist und somit im neunen Bund lebt, erkennt man also daran, dass er Gottes Gebote befolgt und nach Gottes Willen handelt; also im Grunde genommen genauso wandelt wie Jesus es getan hat. Jesus ist der Erstgeborene unter Gottes Kindern und wir sollen ihm nachfolgen. In der Bibel steht nicht umsonst mehrmals geschrieben, dass wir so werden sollen wie er.

Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. (Römer 8:29)

Wer da sagt, er bleibe in ihm, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. (1. Johannes 2:6)

Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter! (Matthäus 12:50)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe. (Johannes 14:12)

Als gehorsame Kinder gewöhnet euch nicht wieder die Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit fröntet; sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: „Ihr sollt heilig sein! Denn ich bin heilig.“ (1. Petrus 1:14-16)

Ihr aber seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, zur Festversammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und zu dem Blut der Besprengung, das Besseres redet als Abels Blut. (Hebräer 12:22-24)

Durch Jesus Blut können uns unsere Sünden vergeben werden

Viele Leute verstehen gar nicht, was es bedeutet, wenn Jesus sagt, dass wir sein Blut trinken und sein Fleisch essen sollen. Denn Jesus spricht hier von seinem Geist, dem Geist Gottes, der in ihm wohnt. In der Bibel steht, dass die Seele sich im Blut eines Menschen befindet (vgl. 1. Mose 9:4). Deshalb sollen wir Jesus Blut trinken und sein Fleisch essen, damit wir die Taten unseres Fleisches töten und unser Fleisch durch den Geist Gottes heiligen.

Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter [das Manna] gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit! (Johannes 6:53-58)

Erst dadurch, dass Jesus sich für die Menschen aufgeopfert hat, können uns unsere Sünden vergeben werden. Da er niemals gesündigt hat, ist sein Blut vollkommen rein und nur dieses reine Blut kann Sühne für all unsere Sünden erwirken. Wer Jesus annimmt und ihm nachfolgen möchte, bittet Gott um die Vergebung seiner Sünden in Jesus Namen und erhält so den Geist Gottes, der das alte sündige Fleisch tötet und uns zu einem neuen Menschen macht.

Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, dankte, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst! Das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus! Denn das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden! (Matthäus 26:26–28)

Wenn ihr mehr zum Thema Blut und Sühne erfahren möchtet, lest den folgenden Artikel: Was sagt die Bibel zur Blutspende? Dürfen Christen Blut spenden?

Gottes Gnade besteht darin uns zu helfen seine Gebote zu halten und nicht mehr zu sündigen

Die Gnade Gottes besteht also nicht darin, dass Gott uns einfach alle vergangenen und zukünftigen Sünden ohne weiteres vergeben würde. Sondern vielmehr darin, dass man eine neue Kreatur wird und dementsprechend gottgefällig lebt und handelt. Wer aus Gott neu geboren ist, ist der Sünde fern und möchte nichts lieber, als so zu leben und zu handeln, wie es Gott gefällt. Gott gibt uns also seinen Geist, der uns dazu befähigt nicht mehr zu sündigen. Wer den Geist Gottes wahrlich erhalten hat, der sucht keine Ausreden, um Sünden zu rechtfertigen. Eine solche Person hält Gottes Gebote, weil der Geist Gottes, der in ihm wohnt, es quasi gar nicht anders zulässt.

Wer in Ihm bleibt, sündigt nicht; wer sündigt, hat Ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Kindlein, niemand verführe euch! Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist. Wer die Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Keiner, der aus Gott geboren ist, tut Sünde; denn Sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels offenbar: Wer nicht Gerechtigkeit übt, der ist nicht von Gott, ebenso wer seinen Bruder nicht liebt. (1. Johannes 3:6-10)

In der Bibel steht aber, dass es nicht schwer ist, Gottes Gebote zu halten, wenn man aus Gott geboren ist.

Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Johannes 5:3-4)

Gottes Gnade ist keine Rechtfertigung zum Sündigen

Die wirkliche Gnade Gottes steht also im direkten Widerspruch zu dem, was die meisten Christen für die Gnade Gottes halten. Viele von ihnen denken nämlich, dass man wegen der Gnade einfach tun und lassen könnte, was man will und trotzdem gerettet werden würde. Es wird sich einfach auf der Annahme ausgeruht, dass Gottes Gnade unendlich sei und man ja sowieso nicht alles richtig machen könnte. Doch auch diese Entwicklung wurde bereits in der Bibel prophezeit.

Es haben sich nämlich etliche Menschen eingeschlichen, für die schon längst folgendes Urteil geschrieben worden ist: “Gottlose, welche die Gnade unsres Gottes in Ausgelassenheit verkehren und den einzigen Herrscher und Herrn, Jesus Christus, verleugnen.” (Judas 1:4)

Gottes Gnade ist somit keineswegs ein Freifahrtschein zum sündigen, wie es viele Christen heute fälschlicherweise auslegen. Vielmehr ermöglicht sie es uns zu gottgefälligen Menschen zu werden.

Denn es ist erschienen die Gnade Gottes, heilsam allen Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir unter Verleugnung des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste vernünftig und gerecht und gottselig leben in der jetzigen Weltzeit, in Erwartung der seligen Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns dahingegeben hat, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen und für ihn selbst ein Volk zu reinigen zum Eigentum, das fleißig sei zu guten Werken. (Titus 2:11-14)

Aus diesem Grund hat Jesus gesagt, ihr sollt sie an ihren Früchten erkennen. Mit Früchten sind die Taten der Menschen gemeint. Nur wer Gottes Gebote hält und nach seinem Willen handelt, kann auch gute Früchte hervorbringen.

Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein fauler Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen. (Matthäus 7:15-20)

Nicht jeder, der zu mir sagt: „Herr, Herr“, wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! (Matthäus 7:21-23)

Schlusswort

Gottes Gebote einzuhalten ist nicht schwer, wenn man Gott liebt. Aber die Gebote sind nur Grundsätze. Es sind quasi die Basics, die Gott den Menschen vorschreibt. Das ewige Leben und damit den Eintritt in Gottes Königreich erhält man aber nicht dann, wenn man es schafft Gebote einzuhalten, sondern wenn man in seinem Herzen auch gerecht ist. Jeder kann ein Gebot widerwillig befolgen, auch wenn er eigentlich lieber etwas anderes tun würde. Es geht darum es ins Herz zu schreiben, damit man ein vollkommener Mensch wird nach Gottes Gefallen.

Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun. (Hesekiel 36:26-27)

Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und das ist eine Beschneidung, die am Herzen, im Geiste, nicht dem Buchstaben nach vollzogen wird. Eines solchen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott. (Römer 2:28-29)

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