Nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter Gnade – Was hat Paulus gelehrt?

Leider wurde Paulus, wie wohl kein anderer, immer wieder falsch verstanden und fehlinterpretiert. Seine Texte und Lehren wurden von den Leuten buchstäblich auseinander genommen und für eigene Zwecke missbraucht. Die Menschen haben sich ihr eigenes Evangelium zusammen gebastelt, dass alles, was Jesus gelehrt hat, von vorne bis hinten verdreht und viele Menschen ins Verderben stürzt. Ein gutes Beispiel dafür ist dieser Bibelvers:

Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade seid. (Römer 6:14)

Alleine könnte man diesen Vers noch falsch verstehen, aber wenn man diese Aussage nicht völlig aus dem Kontext gerissen zitieren würde, würde man nur einen Satz später folgendes lesen:

Wie nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! (Römer 6:15)

Und dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie Paulus Aussagen verdreht werden. Nein, Paulus hat nicht gelehrt, dass wir für immer weiter sündigen müssen, weil wir im Fleische sind. Und er hat auch nicht gesagt, dass wir nicht mehr länger Gottes Gebote einhalten müssten.

Genauso wird auch eine Aussage von Johannes gerne herangezogen, um die Wahrheit zu verdrehen und zu rechtfertigen, dass man weiter sündigen könnte. Hier der Vers aus der Bibel:

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. (1. Johannes 1:8)

Wenn man aber das ganze Kapitel liest, wird klar ersichtlich, dass Johannes hier offensichtlich zu Menschen spricht, die NOCH NICHT neu geboren worden sind. Er lehrt hier Menschen die Lehre Jesu damit sie Anteil an der Wahrheit haben können. Wer noch nicht neu geboren wurde, lebt noch in der Sünde und würde lügen, wenn er behaupten würde, dass er ohne Sünde sei. Alles ganz einfach zu verstehen, wenn man die Dinge im Kontext ließt.

Und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, welches bei dem Vater war und uns erschienen ist; was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habet. (1. Johannes 1:2-3)

Denn wenn wir freiwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern ein schreckliches Erwarten des Gerichts und Feuereifers, der die Widerspenstigen verzehren wird. (Hebräer 10:26-27)

Es ist ein schwerwiegendes Problem, dass die meisten Christen nicht einmal die komplette Bibel kennen. Sie haben sie noch nie gelesen. Meistens ist alles, was sie kennen, nur wenige, aus dem Kontext gerissene Verse, die eine verfälschte Lehre unterstützen soll, wie man an dem obigen Beispiel gut erkennen kann. Wenn man aber alles lesen würde, was Paulus geschrieben hat, müsste man schon echt mit sich kämpfen, um nicht skeptisch zu werden, ob es wirklich stimmt, was in den Kirchen gelehrt wird. Geschweige denn, wenn man einmal die ganze Bibel lesen würde.

Paulus sagt, dass wir nicht mehr sündigen, wenn wir ein neues Leben haben

Das Kapitel Römer 6 in der Bibel ist ein gutes Beispiel dafür, dass Paulus uns nicht lehrt, dass wir ruhig in der Sünde verharren können.

Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Oder wisset ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf dass, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Denn wenn wir mit ihm verwachsen sind zur Ähnlichkeit seines Todes, so werden wir es auch zu der seiner Auferstehung sein, wissen wir doch, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde losgesprochen.

(Römer 6:1-7)

Hier sollte es eigentlich nicht viel geben, dass man falsch verstehen könnte. Sollte man meinen. Paulus sagt, dass wir nicht länger in der Sünde leben, weil wir der Sünde gestorben sind (wenn wir neu geboren wurden). Vielmehr sollen wir nun so sein wie Jesus.

Paulus lehrt, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz sind, weil wir durch den Geist Gottes ohnehin nicht mehr sündigen

Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade seid. (Römer 6:14)

Jeder, der neu geboren wurde und den Geist Gottes erhalten hat, verhält sich auch dementsprechend. Denn der Geist Gottes lenkt ihn in jeglicher Hinsicht und bewahrt ihn vor allem Schlechten in der Welt. Eine solche Person hält automatisch alles ein, was Gott gefällt. Wenn Paulus sagt, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter Gnade sind, dann meint er, dass diejenigen, die neu geboren wurden, kein Gesetz mehr brauchen, weil der Geist Gottes sie zurechtweist und sie stets auf dem richtigen Wege lenkt. In der Bibel steht:

Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun. (Hesekiel 36:26-27)

Gesetze sind lediglich für Verbrecher und Übertreter. Wenn alle Menschen wahrlich gut wären, dann bräuchte es auch keine Gesetze. Wofür denn auch? Wenn sowieso keiner jemals etwas Böses tun würde. Aber gerade weil die Menschen der Sünde verfallen sind, hat Gott ihn Gebote geben müssen, um sie auf dem rechten Pfad zu lenken. Paulus sagt:

Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig braucht und berücksichtigt, dass einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, sondern Gesetzlosen und Unbotmäßigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen, solchen, die Vater und Mutter misshandeln, Menschen töten, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre zuwider ist. (1. Timotheus 1:8-10)

Welche ohne Gesetz gesündigt haben, die werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und welche unter dem Gesetz gesündigt haben, die werden durch das Gesetz verurteilt werden. Denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören; sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden. (Römer 2:12-13)

Durch Jesus aber gibt Gott uns seinen heiligen Geist, der uns in aller Wahrheit leitet. Wer diesen Geist empfangen hat, dem ist es völlig zuwider zu sündigen. Die Bibel sagt sogar, dass solch eine Person nicht mehr sündigen KANN:

Wer in Ihm bleibt, sündigt nicht; wer sündigt, hat Ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Kindlein, niemand verführe euch! Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist. Wer die Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Keiner, der aus Gott geboren ist, tut Sünde; denn Sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels offenbar: Wer nicht Gerechtigkeit übt, der ist nicht von Gott, ebenso wer seinen Bruder nicht liebt. (1. Johannes 3:6-10)

Und genau darin besteht die Gnade Gottes. Dass Er uns seinen heiligen Geist gibt, der uns hilft ein heiliges Leben zu führen und nicht mehr zu sündigen. Und nur deshalb sagt Paulus, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz sind, sondern unter Gnade. Die Gnade ist und war noch nie ein Freibrief zum sündigen. Das sagt die Bibel an unzähligen Stellen ganz unmissverständlich.

Denn es ist erschienen die Gnade Gottes, heilsam allen Menschen;  sie nimmt uns in Zucht, damit wir unter Verleugnung des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste vernünftig und gerecht und gottselig leben in der jetzigen Weltzeit,  in Erwartung der seligen Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns dahingegeben hat, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen und für ihn selbst ein Volk zu reinigen zum Eigentum, das fleißig sei zu guten Werken. (Titus 2:11-14)

Paulus sagt, dass wir fleischlich sind und der Sünde unterliegen BEVOR wir ein neues Leben erhalten

In Römer 7 sagt Paulus:

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. (Römer 7:14)

In diesem Kapitel redet Paulus darüber, dass wir Sklaven der Sünde sind und sündigen ohne es zu wollen. Aber das gilt nur für diejenigen, die NOCH NICHT NEUGEBOREN WURDEN. Wer nicht aus Gott geboren wurde, ist fleischlich gesinnt und unterliegt dem Bösen. In der Bibel steht:

Denn die nach dem Fleische leben, sinnen auf das, was des Fleisches ist, die aber nach dem Geiste leben, auf das, was des Geistes ist. Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Friede, darum, weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft wider Gott ist; denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann es auch nicht. Die aber im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen. (Römer 8:5-8)

Wer aber aus Gott geboren wurde, der ist nicht länger fleischlich, sonder geistlich gesinnt. So jemand unterliegt NICHT LÄNGER der Sünde. Paulus sagt:

Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt; wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. (Römer 8:9)

So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleische nicht schuldig, nach dem Fleische zu leben! Denn wenn ihr nach dem Fleische lebet, so müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Geschäfte des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Gottes Kinder. (Römer 8:12-14)

Paulus warnt vor Menschen, die die wahre Lehre verdrehen und nach ihren eigenen Lüsten wandeln

Paulus hat sogar selbst mehrfach ausdrücklich davor gewarnt, dass Viele kommen werden, die die gesunde Lehre verdrehen, um nach ihren eigenen verdorbenen Lüsten zu wandeln. Die Menschen werden die Wahrheit nicht mehr ertragen können und lieber den Lügen glauben. In der Bibel heißt es:

Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten Lehrer anhäufen werden, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zuwenden. (2. Timotheus 4:3-4)

So sollen diejenigen, die die Ungerechtigkeit lieben, geoffenbart werden. Jeder, der die Sünde liebt, wird der gängigen christlichen Lehre gerne glauben schenken, damit er in Frieden weiter sündigen kann. Wer aber Gott und die Gerechtigkeit liebt, der wird sich von den vielen Lügen nicht täuschen lassen, sondern die wahre Lehre Jesu annehmen. Ich denke jeder kann sich selbst denken, zu welcher Sorte er gehört.

Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon an der Arbeit, nur muss der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Wege geschafft werden; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird, ihn, dessen Auftreten nach der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder und aller Verführung der Ungerechtigkeit unter denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können. Darum sendet ihnen Gott kräftigen Irrtum, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit gehabt haben. (2. Thessalonicher 2:7-12)

Gott ist heilig und möchte, dass seine Kinder auch heilig sind

Wenn man mal mit Hilfe des Alten Testaments versuchen würde zu verstehen, wer Gott ist und wie Er ist, dann würde man schnell feststellen, dass Gott heilig ist und dass Er alles Schlechte verabscheut. Das können sich die meisten Menschen sogar denken, ohne die Bibel gelesen zu haben.

Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig, der Herr, euer Gott! (3. Mose 19:2)

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Matthäus 5:48)

Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. (1. Johannes 1:5)

Das, was Gott möchte, ist einfach nur, dass seine Kinder vollkommen gut und heilig sind und nicht dem Bösen verfallen, das über die Welt herrscht. Er möchte, dass sich seine Kinder vor dem Teufel als gerecht und gut erweisen. Der Teufel ist nämlich der Ankläger, der behauptet, dass die Menschen alle schlecht sind und es nicht wert wären gerettet zu werden. Er verführt die Menschen zur Sünde und möchte damit zeigen, dass die Menschen in ihrem Wesen schlecht sind. Denn sobald sie die Gelegenheit dazu bekommen zu sündigen, tun sie es auch. Zumindest die meisten.

So unterwerfet euch nun Gott! Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch; nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, die ihr geteilten Herzens seid! (Jakobus 4:7-8)

Es bleibt also dabei: Gott ist heilig und darum sind seine Kinder es auch. Sonst wären sie nicht seine Kinder.

Schlusswort

Die Bibel ist im Grunde genommen gar nicht schwer zu verstehen. Die Botschaft ist sogar recht simpel: Die Erde wird von Bösen beherrscht und die Menschen sind der Sünde verfallen. Gott möchte aber, dass seine Kinder wieder heilig werden.

Wer an Jesus glaubt und sein altes Leben aufgibt, der erhält den Geist Gottes, der einem hilft, heilig zu sein und nicht mehr zu sündigen. So werden wir zu Gottes Kindern und damit zu Jesus Brüdern und Schwestern, so wie es in der Bibel geschrieben steht.

Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. (Römer 8:29)

Wer da sagt, er bleibe in ihm, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. (1. Johannes 2:6)

Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter! (Matthäus 12:50)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe. (Johannes 14:12)

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